Pressebericht des VCD Freising/Erding/Dachau zur Jahresmitgliederversammlung 2025
02.09.2025
Die Liste der Verkehrsprobleme, die in den Augen der Mitglieder einer Verbesserung harren, fällt lang aus angesichts der oftmals nur zögerlichen und schleppenden Umsetzung von Verbesserungen in den drei Landkreisen Freising, Erding und Dachau. Von den ewigen Problemen mit der S-Bahn und den drohenden Kürzung beim Busverkehr über den nur schleppend voran gehenden Ausbau von Radwegeverbindungen bis hin zu unsicheren Schulwegen reicht das Spektrum der anzugehenden Themen, das die Mitgliederversammlung dem neu gewählten Vorstand ins Stammbuch schrieb.
Die jährliche Mitgliederversammlung des VCD Freising/Erding/Dachau e.V. startete mit einem interaktiven Zusammentragen von Verkehrsproblemen, die in den nächsten Jahren verstärkt vom VCD Kreisverband angegangen werden sollen.
Zwar konnten in den letzten Jahren durchaus eine Reihe von Erfolgen bei der Lobbyarbeit erzielt werden. Die Einführung eines 10-Minuten-Taktes im Dachauer Busverkehr geht – genauso wie die Expressbuslinie X660 von Weihenstephan nach Garching – mit auf die Forderungen des VCD zurück. Auch die kleinen Verbesserungen für den Radverkehr in Freising sind Erfolg des vom VCD mit getragenen Radentscheid Freising.
Sehr viel länger fällt allerdings die Liste der unerledigten verkehrspolitischen Herausforderungen aus. Die 3. Startbahn am Flughafen München schwebt nach wie vor wie ein Damoklesschwert über der Region. Auch in Sachen Kerosinbesteuerung und CO2-Bepreising tut sich beim Luftverkehr aktuell nichts. Die Einführung einer durchgehenden echten Fußgängerzone in der Freisinger Hauptstraße wird in den politischen Gremien vor sich her geschoben. Im Landkreis Erding drohen drastische Kürzungen beim Busverkehr und damit ein Abhängen weiter Teile des Landkreises von öffentlichen Mobilitätsangeboten.
Auf der Wunschliste der Mitglieder stehen aber auch ganz konkrete Projekte wie der bereits seit Jahren angekündigte Ausbau der Radwegeverbindung von Freising nach Neufahrn/Eching/Garching. Oder bessere Ampelschaltungen für zu Fuß Gehende und Radfahrende statt den „Bettelampeln“. Den Erdingern liegt besonders der zweigleisige Ausbau der S-Bahn-Strecke nach Markt Schwaben am Herzen, damit die S-Bahn endlich zuverlässiger fährt. Ähnlich geht es den Freisingern mit dem viergleisigen Ausbau Richtung München.
Bei den turnusgemäß erfolgten Vorstandsneuwahlen im VCD Freising/Erding/Dachau kamen Fanny Raab und Frank Röber neu in das Vorstandsteam. Der neue Vorstand wird die Impulse der Mitgliederversammlung aufnehmen und zum Leitmotiv für die nächsten 2 Jahre machen.
Bei dem aktuell laufenden Verfahren vor dem Verwaltungsgericht München stehen die Schutzstreifen wohl „auf der Kippe“, wie einem Pressebericht vom 24. Oktober 2024 zu entnehmen ist.
Emilia Kirner, eine der Vertreter;innen des Radentscheid Freising (und im VCD Vorstand) erklärte am 24. Oktober 2024 gegenüber der Presse:
„Wir (Radentscheid Freising) sind über den vom Gericht angebotenen Vergleichsvorschlag (beide Verkehrsversuche bis Jahresende zurück zu bauen) erstaunt, weil darin offenbar die hohe Betroffenheit mehrerer tausender täglicher Fahrradfahrenden in Lerchenfeld nicht ausreichend gewürdigt worden ist.
Anderseits ergibt sich nun für beide betroffenen Straßen die Chance, die Sicherheit für Fahrradfahrende durch dauerhafte und potentiell noch bessere Maßnahmen endgültig herzustellen.
Wir als Radentscheid werden jedenfalls an der Sache am Fahrrad-Hotspot Lerchenfeld dran bleiben und an einer zeitnahen Lösungsfindung und Umsetzung proaktiv mitarbeiten„.
Emilia Kirner, eine der Vertreter;innen des Radentscheid Freising
Der VCD Kreisverband bedauert diese Entscheidung, die aus unserer Sicht aufgrund der egoistischen Vorgehensweise eines einzelnen Autohauses so gekommen ist, der die kostenlose Nutzung von öffentlichen Flächen für Fahrzeuge perpetuieren möchte.
Ob die Stadt wirklich gut beraten war einem Vergleich zuzustimmen, der dem Kläger sehr entgegen kommt, erscheint uns fraglich. Möglicherweise wäre bei einem Urteil ja zumindest ein Teil der Schutzstreifen in der Erdinger erhalten geblieben und hätten nur die im Umfeld des fraglichen Autohauses entfernt werden müssen.
Wir werden auf jeden Fall alles daran setzen, dass zumindest Teile eines Konzepts zur Erhöhung der Sicherheit für Radfahrer:innen in Lerchenfeld als dauerhafte Lösung realisiert werden können. Wir hoffen auf entsprechende Mehrheiten im Stadtparlament, die ja 2019 dem Mobilitätskonzept und 2022 dem Vertrag mit dem Radentscheid Freising zugestimmt hat. In beiden war ein Verbesserung der Verhältnisse für Radfahrer:innen auf der wixchtigen Nord-Süd-Achse zentraler Bestandteil.
„Miteinander – aber sicher!“ Unter diesem Motto stand die Freisinger Radldemo 2024 in Lerchenfeld.
Auslöser für die Wahl des Standortes war der aktuell laufende einjährige Verkehrsversuch mit Radschutzstreifen in der Erdinger Straße und Gute Änger. Durch die Radschutzstreifen konnte die Verkehrssicherheit für Radfahrer:innen in den beiden Straßen verbessert werden. Der Radentscheid Freising fordert, dass nach der Versuchsphase diese Minimallösung dauerhaft ausgewiesen wird. Unbenommen davon ist, dass ggf. in der Guten Änger ggf. nach Vorliegen der Ergebnisse des Verkehrsversuches noch kleinere Anpassungen und Optimierung vorzunehmen sind.
Aber die Zielsetzung war deutlich weiter gespannt. So sollte einerseits anerkannt werden, dass sich die Stadt Freising seit dem 2022 geschlossenen Vertrag mit dem Radentscheid Freising intensiv um die Verbesserung der Verhältnisse für die Radfahrenden gekümmert hat und auch in den letzten zweieinhalb Jahren der fünfjährigen Laufzeit auch bereits einiges verbessert worden ist. Andererseits war es aber auch Anliegen, darauf aufmerksam zu machen , dass noch viele wichtige Projekte nicht zuletzt der sog. Bahnposten 15 als Verbindung von Lerchenfeld unter der Bahnlinie in die Innenstadt mit größerem Engagement vorangetrieben werden müssten.
Emilia Kirner vom Radentscheid Freising auf der Kundgebung zur Radldemo Photo: A. Kagermeier
Ausreichend Platz für Radfahrer:innen und Fußgänger:innen war lange Zeit keine Selbstverständlichkeit. Lange Zeit wurden diese oft auf „Restflächen“ verwiesen, die nach der Priorisierung des motorisierten Individualverkehr noch übrig blieben. Dies hat in vielen Fällen auch zu Konflikten zwischen den Radfahrer:innen und den Fußgänger:innen geführt. Nachdem aber in Freising nach und nach einige Flächen – vor allem in der Innenstadt – prioritär für die nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer:innen gewidmet werden, ist es umso wichtiger, dass die Radfahrenden auch entsprechend Rücksicht auf Fußgänger:innen nehmen und sich achtsam verhalten im Sinne eine sich gegenseitig respektierenden Miteinanders. Auch hierfür wollte die Radldemo ein Zeichen setzen.
Unser Dank gilt den Vertreter:innen der Stadtratsfraktionen am Runden Radltisch von SPD, Freien Wählern, Grünen und ÖDP für ihre Kundgebungsbeiträge.
Jürgen Maguhn vom VCD bei seinem Kundgebungsbeitrag Photo: Andreas Kagermeier
Emilia Kirner sprach für den Radentscheid Freising Photo: Andreas Kagermeier
Während der Kundgebung: Photo: Andreas Kagermeier
… aufmerksames Zuhören Photo: Andreas Kagermeier
Los geht’s zur Rundfahrt durch Lerchenfeld Photo: Andreas Kagermeier
… bis hinunter zum Südring Photo: Andreas Kagermeier
Kundgebung: Ziele des Radentscheids Freising (Emilia Kirner) Video: Andreas Kagermeier
Kundgebung: was hat der Radentscheids Freising bereits erreicht (Emilia Kirner) Video: Andreas Kagermeier
Start zur Radldemo-Rundfahrt Video: Andreas Kagermeier
.. über den Südring Video: Andreas Kagermeier
… und die Kulturstraße zurück zum Ausgangspunkt Video: Andreas Kagermeier
Die Veranstalter danken allen Teilnehmer:innen fürs Mitmachen und dass sie dadurch mit dazu beigetragen haben, ein Zeichen zu setzen für ein radlfreundliches Freising. Bedanken möchten sie sich aber auch bei den Mitarbeiterinnen der Polizeiinspektion Freising, die die Veranstaltung souverän begleitet haben … und dafür ihren Samstag Nachmittag opfern mussten.
… aber vieles steht auch noch aus oder verzögert sich
Während die bereits umgesetzten Maßnahmen vor allem einfach zu realisierende Markierungen sind, sieht es bei größeren Umgestaltungen, die dann auch mit baulichen Maßnahmen verbunden wären, deutlich schlechter aus. Insbesondere die Bahnquerungen liegen noch in weiter Ferne.
Darstellung des Stands 8/2024 bei den bis 2027 zugesagten Planungen
Zwar ist die Schaffung eines Fahrradstreifens in dem Teil der Mainburger Straße zwischen Alois-Steinecker-Straße und General-von-Nagel-Straße noch für dieses Jahr vorgesehen. In der Johannisstraße, dem oberen Teil der Wippenhauser Straße (im Umfeld der dortigen Schulen) oder der Landshuter Straße ist bislang außer einigen Überlegungen und Vorplanungen nicht Konkretes geschehen. Teilweise wurde die Umsetzung auch aufgrund der Haushaltskürzungen für das Jahr 2024 von der Mehrheit des Stadtrats zeitlich nach hinten geschoben.
Auch beim jahrzehntelangen „Dauerbrenner“, dem sog. Bahnposten 15 (Bahnquerung von Lerchenfeld in die Innenstadt), gehen die Planungen nur zäh und im Schneckentempo voran. Die konkrete Schaffung einer komfortablen Bahnquerung für Radfahrende liegt noch in weiter Ferne.
Für die Ortsteile sind insbesondere die Fahrradverbindungen mit der Kernstadt wichtig. Diese verlaufen meist entlang von Staats- oder Kreisstraßen (nach Sünzhausen oder von Tüntenhausen nach Erlau und Zolling) und liegen damit außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Stadt Freising. Hier sind sind noch keine konkreten Fortschritte zu vermelden.
Gleiches gilt für die Radverbindung von Pulling nach Neufahrn oder von Attaching Richtung Flughafen.
Gleiches gilt für eine Rad-Südumfahrung des Dombergs (zwischen Sondermüllerweg – Brunnhausgasse) als Alternative zur Nutzung der Hauptstraße. Auch hier ist die Stadt auf die Mitwirkungsbereitschafts des Grundstückseigentümers angewiesen.
Darstellung des Stands 8/2024 bei den vereinbarten Maßnahmen und Planungen für die Ortsteile
Insgesamt sind also durchaus eine Reihe der vereinbarten Maßnahmen umgesetzt bzw. angegangen worden.
Bis 2027 liegt allerdings noch viel Arbeit vor der Stadtverwaltung und dem Stadtrat um die vereinbarten Ziele weitgehend zu erreichen.
Der Radentscheid Freising – und damit auch der VCD – bleiben weiterhin am Ball.
Vieles wurde schon angegangen und manches auch bereits umgesetzt
Nach der erfolgreichen Durchführung des Radentscheid Freising wurde im März 2022 ein Vertrag zwischen der Stadt und dem Initiativkreis geschlossen. Dieser hat eine Laufzeit von 5 Jahren. Im September 2024 ist die Hälfte der zwischen der Stadt und dem Initiativkreis Laufzeit vorbei, so dass Zeit für eine Zwischenbilanz ist.
Grundsätzlich scheint der Radentscheid dazu beigetragen zu haben, dass in der Stadtpolitik und bei der Verwaltung den Belangen von Radfahrenden inzwischen mehr Rechnung getragen wird als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Dies hat sich auch in den Bewertungen beim letzten Fahrradklimatest des ADFC 2022 schon niedergeschlagen, bei dem die Stadt Freising attestiert bekam, dass sich die Fahrradförderung in jüngerer Zeit verbessert hat. Auch die Einführung von kommunalen Lastenmietfahrrädern wurde positiv gewertet.
Auch wurde ein Teil der Karlwirtkreuzung (Vöttinger / Wippenhauser Straße) fahrradfreundlich gestaltet und auch einige Schutzstreifen (unterer Teil der Wippenhauser Straße und Ergänzung in der Vöttinger Straße) von der Kfz-Fahrbahn abmarkiert. Jüngstes Beispiel sind die im Juni markierten Fahrradschutzstreifen in der Erdinger Straße und Gute Änger, mit denen die Nord-Süd-Verbindung von Attaching/Lerchenfeld in die Innenstadt sowie die Schulwege zu den Schulen in den Guten Ängern etwas radfahrerfreundlicher geworden sind.
Erwähnt sei noch die Brückenkappenverbreiterung der Isarstraße, die mehr ein Abfallprodukt der sowieso anstehenden Brückensanierung war. die Tempo 30 Zone um die Steinparkschulen.
An vereinbarten Abstellanlagen wurde diejenige an der Luitpoldhalle realisiert.
Die umgesetzten Maßnahmen sind in der unten stehenden Abbildung dargestellt.
Über die konkreten Infrastrukturmaßnahmen hinaus ist die Einführung des Lastenradmietsystems besonders positiv hervorzuheben.
Darstellung des bisherigen Umsetzungsstands 8/2024 bei den vereinbarten konkreten Maßnahmen
Allerdings handelt es sich dabei im Wesentlichen um relativ einfach zu realisierende, meist nur mit Fahrbahnmarkierungen verbundene Maßnahmen, die als sog. „Quick Wins“ charakterisiert werden können.
Größere Umgestaltungen, die dann auch mit baulichen Maßnahmen verbunden wären, sind bislang kaum erfolgt
VCD: Es ist Zeit für ein Radwegenetz in der Stadt Freising
Seit Jahren wird in der Stadt Freising überlegt und geplant, wie der Radverkehr vorangebracht werden könnte, unter Beteiligung breiter Schichten der Bevölkerung (Runder Radltisch, Agenda 21, etc,). Der Stadtrat hat die Initiative des Bürgerbegehrens aufgegriffen und mit großer Mehrheit beschlossen, den Radverkehr in den kommenden Jahren deutlich voranzubringen. Nunmehr steht die Schaffung eines Radstreifens in der Erdinger Straße bevor.
„Derzeit ist die vorhandene Radinfrastruktur in Freising lediglich Stückwerk„, so Alfred Schreiber, Kreisvorsitzender des VCD – Verkehrsclub Deutschland. „Und gerade die Schnittstellen stellen Unfallschwerpunkte dar„. Darum ist es nach Ansicht des VCD unbedingt erforderlich, ein geschlossenes Netz an Routen für den Radverkehr zu schaffen.
Lerchenfeld als größter Stadtteil von Freising braucht für den Radverkehr dringend gute Verbindungen auf die andere Seite der Isar. „Die Erdinger Straße ist die Hauptroute zu zahlreichen Schulen, zur Altstadt und zum Bahnhof/Park&Ride-Platz. Möchte man den Radverkehr fördern und eine sichere Schulwegverbindung schaffen, kommt man an der Erdinger Straße nicht vorbei„, fügt Schreiber hinzu.
Der momentane Zustand in der Erdinger Straße gewährleistet nicht einen unfallfreien Radverkehr – daher sollte jetzt dieser Schutzstreifen geschaffen werden, fordert der VCD.
Radentscheid Bündnis schiebt die Schnecke CSU zum Bayerischen Radgesetz an Photo: Radentscheid Bayern
Teilerfolg für Volksbegehrensinitiative
Aktionsbündnis „Radentscheid Bayern“ schiebt die Schnecke CSU zum Bayerischen Radgesetz
Auch wenn das „Bayerische Verfassungsgericht“ am am 7. Juni aufgrund gesehener Konflikte mit der Bundeskompetenz in straßenverkehrsrechtlichen Bereichen die Zulassung eines Volksbegehrens abgelehnt hat, kann das Bündnis für sich reklamieren, dass es die Bayerische Staatsregierung, die jahrelang ein Bayerisches Radgesetz als unnötig bezeichnet hat, nun doch bewegen konnte, zumindest ein Radgesetz „Light“ bzw. #söderstyle zu verabschieden.
Das Aktionsbündnis Radentscheid Bayern hatte im Sommer letzten Jahres rund 100.000 Unterstützerunterschriften erhalten und damit in nur 4 Monaten viermal mehr als die erforderlichen 25.000 gesammelt. Nach der Überprüfung der Unterschriften in den Kommunen wurden diese am 27. Januar 2023 beim Bayerischen Innenministerium eingereicht und damit der Antrag auf Zulassung eines Volksbegehrens für ein Bayerisches Radgesetz offiziell eingereicht. Das Ministerium hatte den Antrag am „10. März 2023 an das Bayerische Verfassungsgericht“ überwiesen.
Trotz der Ablehnung der Zulassung eines Volksbegehrens durch das Bayerische Verfassungsgericht ist als Erfolg zu verbuchen, dass parallel zum Gerichtsverfahren (und ohne formale Einbeziehung des Bündnisses) die Regierungsmehrheit im Bayerischen Landtag während des laufenden Gerichtsprozesses einen „eigenen Entwurf für ein Bayerisches Radgesetz vorgelegt“ und diesen am 19. Juli 2023 verabschiedet.
Auch wenn der Entwurf der Regierungsparteien in vielen Bereichen deutlich hinter den Vorstellungen des Aktionsbündnisses zurück bleibt, ist als Teilerfolg zumindest anzusehen, dass es ohne die Initiative wohl so schnell kein Bayerisches Radgesetz gegeben hätte, da die CSU diese jahrelang heftig abgelehnt hat.
Vorbereitungstreffen der lokalen Bündnispartner für die 2. Phase des Radentscheid Bayern in Freising v. l. n. r. Jürgen Maguhn (Radentscheid Freising/VCD), Peter Warlimont (SPD), Max Breu (Grüne), Emilia Kirner (Radentscheid Freising/ÖDP), Max Betzenbichler (Grüne/VCD), Teresa Degelmann (SPD), Hans Pemp (ADFC), Andreas Kagermeier (VCD), Uli Vogl (ÖDP) Photo: Andreas Mehltretter
RADENTSCHEID BAYERN bereitet sich auf Phase 2 vor
Lokale Mobilisierung für ein mögliches Volksbegehren im Sommer 2023
Auch im Landkreis Freising haben VCD-Aktive zusammen mit den anderen Bündnispartnern etwa 2.400 Unterschriften engagiert gesammelt, davon allein etwa 1.000 in der Stadt Freising.
Sofern das Bayerische Innenministerium den Antrag auf Zulassung eines Volksbegehrens positiv beantwortet, geht es dann ganz schnell in die Phase 2, das eigentliche Volksbegehren. Dabei müssen sich innerhalb von 14 Tagen 10 % der Landtagswahlberechtigten in den Rathäusern eintragen.
Damit der Radentscheid Bayern dann nach der Zulassungsentscheidung des Innenministeriums und der Bekanntgabe der Eintragungsfrist in den Rathäusern für das Volksbegehren auch schnell die Bürger:innen erreicht, braucht es eine gut vorbereitete Informationskampagne für die Phase 2.
Im Landkreis Freising für den Radentscheid Bayern gesammelt Unterschriften Karte: Andreas Kagermeier
Um vor Ort auf die Phase 2 vorbereitet zu sein, haben sich für den Landkreis Freising am 13 Februar 2022 lokale Vertreter:innen der Bündnispartner getroffen, um für die voraussichtlich im Sommer 2023 anstehende Informationskampagne entsprechend inhaltlich und organisatorisch vorzubereiten. Wie bei einem Wahlkampf würden dann Plakatierungen, Verteilung von Flyern anstehen. Wie beim Volksbegehren „Rettet die Bienen“ sollen auch sog. Rathauslotsen vor den Eintragungsstellen postiert werden.
Die lokalen Vertreter:innen der Bündnispartner sind zuversichtlich, für die wahrscheinlich anstehenden Herausforderungen gut gewappnet zu sein, so dass aus dem Landkreis Freising – wie bereits in Phase 1 – deutliche überdurchschnittliche Unterschriftenzahlen kommen können.
Unterschriftenübergabe für den Radentscheid Bayern an den Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher in der Stadt Freising durch Emilia Kirner (Radentscheid Freising/ÖDP) in Anwesenheit von Vertreter:innen der lokalen Bündnispartner [v. l. n. r. Andreas Kagermeier (VCD), Hans Pemp (ADFC), Eva Schäffler (SPD), Hartmut Binner (ÖDP), Peter Helfert (Radentscheid Freising), Jürgen Maguhn (VCD), Verena Juranowitsch (Grüne), Karl-Heinz Häberle (BN)] Photo: Radentscheid Freising
RADENTSCHEID BAYERN hat erste Zwischenetappe erfolgreich absolviert
Mehr als 100.000 Menschen unterstützen den Zulassungsantrag für ein Volksbegehren Radentscheid Bayern
Auch in den Landkreisen Freising, Erding und Dachau haben VCD-Aktive zusammen mit den anderen Bündnispartnern engagiert gesammelt.
Trotz es Erfolges in den 11 Radentscheid Städten – darunter ja auch in der Stadt Freising – stellt sich bei der Umsetzung einer Radfahrerfreundlichen Politik immer wieder heraus, dass ein entsprechender guter Wille auf Seiten der Städte und Gemeinden eben nicht reicht, um durchgängige komfortable Radverkehrsverbindungen zu schaffen. Hinter dem Ortsschild zu den Gemeindeteilen oder zwischen verschiedenen Gemeinden sind dann eben nicht mehr die Kommunen, sondern die Landkreise oder die staatlichen Bauämter Baulastträger. Um durchgängige Radverkehrsverbindungen – z. B. aus den Umlandlandkreisen Richtung München – zu schaffen, bedarf es einer Anerkennung und systematischen Berücksichtigung des Fahrrads als gleichberechtigtes Alltagsverkehrsmittel. Dies ist eines der Ziele des Änderung der Initiative für ein Volksbegehren Radentscheid Bayern.
Die Mitte Juni 2022 gestartete Kampagne für die erste Phase: Antrag auf Zulassung des Volksbegehrens „Radentscheid Bayern“. hat das Ziel, mindestens 25.000 Unterstützerunterschriften zu sammeln in nur 4 Monaten erfüllt und dabei insgesamt 4mal so viel Unterschriften erhalten, wie für die Zulassung nötig wären.
Am 16. November 2022 fanden in mehr als 100 Städten Übergaben der für den Zulassungsantrag gesammelten Unterschriften statt. Auch in der Stadt Freising konnten etwa 1.000 Unterschriften von Emilia Kirner an Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher übergeben werden.
Damit der Radentscheid Bayern dann nach der Zulassungsentscheidung des Innenministeriums und der Bekanntgabe der Eintragungsfrist in den Rathäusern für das Volksbegehren auch schnell die Bürger:innen erreicht, braucht es eine gut vorbereitete Informationskampagne für die 2. Phase.