Alte Poststraße: Unzureichende Fußwege – zugunsten von Parkplätzen
Die Alte Poststraße ist nicht nur eine wichtige Fußverbindung für die Bewohner: innen von Neustift auf dem Weg in die Innenstadt.
Auch viele Besucher:innen des Landratsamtes nutzen diese Straße.
Gleichwohl sind die Fußwege eher eine Zumutung als einladende Fußverkehrsinfrastruktur.
Auch wenn es sich eigentlich nur um eine kleine Nebenstraße handelt, in der seit der Widmung als Fahrradstraße eigentlich nur noch Anliegerverkehr stattfindet, spiegelt das Grundprinzip der Verkehrsraumgestaltung das Ende des 20. Jahrhunderts angewandte Primat des Kfz-Verkehrs.
Über die gesamte Länge wird die Breite der Fahrbahn möglichst konstant gehalten.
Die Breiten der Fußwege ergeben sich aus den nach Abzug der Fahrbahn noch verfügbaren Restbreiten.
Diese sind an keiner Stelle ausreichend für ein nebeneinander Gehen von Fußgänger:innen oder ein Begegnen (dazu muss auf die Fahrbahn ausgewichen werden)
… geschweige denn durchgängig ausreichend für Kinderwägen, Rollatoren oder Rollstühle (gar nicht zu reden von Begegnungen zwischen diesen).
Während stadteinwärts auf der rechten Seite über weite Teile zumindest eine Breite für eine:n Fußgänger:in in eine Richtung vorhanden ist, ist in Gegenrichtung (aus der Innenstadt kommend rechts) die Restfläche extrem volatil – meist gar nicht vorhanden oder nur ein paar symbolische Zentimeter bis zu Hauswand.
Aber Parkplätze sind über weite Strecken markiert !
Während für den ruhenden Kfz-Verkehr also 2 Meter öffentlicher Raum zur Verfügung gestellt werden, bleiben für Fußgänger:innen nur die Flächen-Brosamen.
Das ist ein unzumutbarer Zustand
Es wird Zeit für Flächengerechtigkeit im Verkehr
Verkehrsplanung nicht mehr von der Mitte der Fahrbahn – und damit vom Kfz-Verkehr aus denken ... sondern von den Rändern und den Bedarfen der nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer:innen (sowie ggf. des ÖPNV) aus denken.
Den Menschen in den Mittelpunkt stellen heißt:
„Designing around people“, statt „Designing around vehicles“
sollte das Ziel der Gestaltung des öffentlichen Verkehrsraums sein.
Für die alte Poststraße könnte das bedeuten:
- Einbahnstraßenlösung oder modale Filter, um Schleichverkehr zu eliminieren
- Reduzierung der Flächen für den ruhenden Kfz-Verkehr
- (da eine bauliche Umgestaltung teuer ist und nur im Rahmen einer Sanierung der Fahrbahndecke realistisch erscheint) Abmarkierung eines durchgängigen Fußgängerstreifens stadtauswärts auf der rechten Seite (ggf. analog zu geschützten Fahrradstreifen auch Baken o. ä. um ein Verwechslung mit Parkstreifen zu verhindern. .

